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Philipp Hoelscher

Dissertationsvorhaben

Einflussstrategien von Menschenrechts-NGOs – Kooperationen mit der Polizei


Angesichts der wachsenden Bedeutung, die zivilgesellschaftlichen Organisationen allseits zugemessen wird, stellt sich die Frage nach ihrem Handlungsspielraum und ihrem politischen Einfluss. Die Forschungsarbeit untersucht daher die Gestaltungsspielräume und Einflussmöglichkeiten von zivilgesellschaftlichen Organisationen (bzw. NGOs) im Politikfeld Menschenrechte. Im Fokus stehen dabei Kooperationen von NGOs mit der Polizei.

In den letzten Jahren lässt sich in Westeuropa eine zunehmende Bereitschaft der Polizeibehörden erkennen, mit Gruppen aus der Zivilgesellschaft zusammenzuarbeiten. Kooperation mit Menschenrechts-NGOs erfolgt etwa in Form von Menschenrechtstraining für Polizisten, aber auch in spezifischen Themenfeldern wie Menschenhandel oder Anti-Rassismusarbeit. NGOs hoffen, durch Kooperation nicht nur Einfluss auf das Verhalten von Polizisten, sondern auch auf polizeiliche Strukturen ausüben zu können und damit Menschenrechtsverletzungen durch die Polizei im Vorhinein zu verhindern. Gleichzeitig bringt Kooperation für NGOs auch einige Gefährdungen mit sich, z.B. den Verlust von Glaubwürdigkeit, Unterstützern oder Kritikfähigkeit durch zu große Nähe zur Polizei.

Das Forschungsprojekt untersucht die verschiedenen Formen der Kooperation aus der Perspektive der NGOs und prüft, welche Menschenrechts-NGOs solche Kooperationen aus welchen Gründen eingehen. Analysiert wird, unter welchen Bedingungen NGOs Einfluss auf Polizeiverhalten und –strukturen ausüben können, und welche Rückwirkungen kooperatives Verhalten für die NGOs selber hat. Die Forschungsarbeit möchte zeigen, welche Möglichkeiten und Gefährdungen Kooperationen mit der Polizei für NGOs mit sich bringen und wie sich die Beziehungen zwischen Staatsorganen und Zivilgesellschaft möglicherweise verändern; gleichzeitig soll ein Beitrag zur kontrovers diskutieren Einflussmessung der Zivilgesellschaft geleistet werden.

Publikationen

2010Venture Philanthropy in Theorie und Praxis (Hrsg. mit Thomas Ebermann und Andreas Schlüter), Berlin
Venture Philanthropy in Deutschland und Europa – Eine Einführung, in: Hoelscher/ Ebermann/ Schlüter (2010)
2009Gemeinsam mehr Erreichen – Kooperationen stärken Stiftungen, in: Die Stiftung 5/2009
"Die Ziele präzise formulieren" - Welche Rolle spielt die Wahl der Rechtsform für gemeinnützige Organisationen? Philipp Hoelscher im Gespräch mit Rainer Sprengel, in: Universitas 7/2009
2008Auf dem Prüfstein – Stiftungen und Evaluation, in: Die Stiftung 2/2008
2007Bürgerstiftungen und Kommunen – Chancen und Grenzen der Kooperation, in: Heinrich Böll-Stiftung: Kommunalpolitische Infothek, www.kommunale-info.de
Die Entwicklung deutscher Bürgerstiftungen im internationalen Vergleich, in: Amadeu Antonio Stiftung (Hrsg.): Projekte für demokratische Kultur, Berlin
2006Bürgerengagement und Zivilgesellschaft in Deutschland: Stand und Perspektiven 2006, Berlin (mit Strachwitz et al.)
Le fondazioni comunitarie in Europa - Bürgerstiftungen in Europa, Berlin (Hrsg. mit B. Casadei)
Studie zu Studiengängen und Bildungsangeboten Frankreichs, Belgiens und der Schweiz, die für eine Karriere in internationalen Organisationen ausbilden, in: http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/    Derivate-9234/PROFIO-Bericht_Curricularstudie1.pdf
Italienische Zivilgesellschaft im Wandel. Neue Ansätze der Regierung Berlusconi, Berlin
2005Von Bürgern für Bürger? Bürgerstiftungen in Deutsch¬lands Zivilgesellschaft, Berlin (mit E. Hinterhuber)
Strategische Philanthropie. Die Umsetzung des Stiftungszwecks durch eine Großstiftung am Beispiel der Fondazione Cariplo, Berlin
The European Adaptation of the US-Community Foundation-Model, in: Maecenata Actuell 55/ 2005
Die italienischen Bankenstiftungen im Konflikt mit der Regierung Berlusconi, in: Rindt/Sprengel/Strachwitz (Hrsg.): Maecenata Jahrbuch 2004, Berlin

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