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Frauke Kempka

Foto Frauke Kempka

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Lebenslauf

Frauke Kempka (geb. 1977 in Nordrhein Westfalen) studierte Japanologie und Europäische, sowie Ostasiatische Kunstgeschichte in Trier, Osaka, Tokyo und Berlin. Ihren Abschluss machte sie 2004 an der FU Berlin mit einer Magisterarbeit zum Thema Militarismus und Kunstpolitik in Japan zwischen 1937 und 1945. Nach ihrem Studium arbeitete sie drei Jahre im Rahmen des JET Programms als Coordinator for International Relations im Rathaus der Stadt Bungoono (Japan), wo sie Projekte zur Förderung interkultureller Sensibilität konzipierte und durchführte.  Ihr Promotionsvorhaben beschäftigt sich mit Perspektiven und Problemstellungen in der Integrationsförderung von MigrantInnen durch Akteure der Zivilgesellschaft in Japan und Deutschland


Dissertationsvorhaben
„Kommt einer von ferne“ BürgerInnen in der Integrationsförderung von MigrantInnen in Japan und Deutschland (Arbeitstitel)

Im Zentrum des Promotionsvorhabens stehen BürgerInnen, die sich im Rahmen zivilgesellschaftlicher Organisationen in der Integrationsförderung von MigrantInnen engagieren. Die Untersuchung geht dabei der Frage nach, wie sich diese Aktiven im Spannungsfeld zwischen der Förderung sozialer Teilhabe von MigrantInnen einerseits und gegen sie gerichtete Exklusionspraktiken, sowie die ihnen unterliegenden sozialen Konstrukte positionieren. Dieser Frage liegt die theoretisch begründete Vorannahme zugrunde, dass Integration einen individuellen Prozess gesellschaftlicher Teilhabe darstellt, dem einerseits konkrete Exklusionspraktiken, etwa rassistisch motivierte Gewalttaten oder gezielte Benachteiligungen entgegenstehen. Andererseits tragen aber auch Vorstellungen und Bilder, welche auf MigrantInnen projiziert werden und derartige Praktiken legitim erscheinen lassen, zu einer Einschränkung von Teilhabechancen bei.

Integrationsförderung erscheint vor diesem Hintergrund als überaus anspruchsvolles Handlungsfeld für zivilgesellschaftliche Akteure. Damit die Förderung gesellschaftlicher Teilhabe von MigrantInnen erfolgreich sein kann, müssen Aktive im Idealfall sowohl ein hohes Maß an Sensibilität und Reflektionsbereitschaft als auch an organisatorischen Fähigkeiten mitbringen. Entsprechend stellen sich Herausforderungen also in besonderem Maße an die Einzelperson, die sich engagiert. Eine Untersuchung der individuellen Mikroebene kann daher Aufschlüsse darüber liefern, welche Strategien im Umgang mit diesen Herausforderungen entwickelt werden, aber auch Problemstellungen ausleuchten. Vor dem Hintergrund rechtlicher und empirischer Rahmenbedingungen in Japan und Deutschland dienen dabei qualitative Interviews mit Aktiven als Hauptquelle für diese Untersuchung. Als Feldstudien wurden dafür die beiden Städte Beppu in Japan und Halle (Saale) ausgewählt. Mithilfe einer inhaltlichen Datenanalyse sollen schließlich verschiedene Typen von Aktiven mit ihren spezifischen Strategien und Problemstellungen gebildet werden.

Im Rahmen der Integrationsforschung knüpft dieses Forschungsvorhaben damit an Untersuchungen über die Vergabe sozialer Teilhabechancen an, wodurch sich Überschneidungen mit den Forschungsfeldern sozialer Ungleichheit und Exklusion ergeben. Darüber hinaus verortet sich die Arbeit im Kontext der Zivilgesellschaftsforschung, wobei der Fokus auf die Potentiale zivilgesellschaftlicher Akteure im Bereich gesellschaftlicher Integration gelegt wird. Der japanisch-deutsche Vergleich stellt dabei einen kontrastreichen Hintergrund bereit, vor dem verschiedene Akteurstypen herausgearbeitet und so auf eine verallgemeinerbare Ebene gestellt werden können.

Publikationen

2009Oyama, Hiroshi: Opfer, Täter und das Gewissen (Übers. F. Kempka). In: Schölz, Tino (Hg.): Kriegsverbrechen und Öffentlichkeit in Japan. Arbeitspapiere des IGK Formenwandel der Bürgergesellschaft Nr. 4, MLU Halle-Wittenberg (Sept. 09); S. 25-32
2009“Wareware” to “tasha” no aida no kabe o tou (Fragen nach den Wänden zwischen “Uns” und “den Anderen”) IGK Working Paper Series Vol. 3, Tokyo University (März 2009)
2006Kyôtsûten wo sagaseba (Auf der Suche nach Gemeinsamkeiten).
In: Jichitai Kokusaika Foramu Nr. 206 (12. 06), S. 38-41
2004Kunstgenuss im Dienste der Propaganda. Die “Ausstellung Altjapanischer Kunst” in Berlin 1939. In: Ostasiatische Zeitschrift Nr. 8 (09. 04), S. 22-32
2002Japaner ist man von Geburt. In: tageszeitung 06. 05. 02, S. 14

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